Gegründet wurde das FLUGWERK Ende 2016 von den beiden Schauspielerinnen Anastasija Bräuniger und Katharina Leonore Goebel. Im Kontext ihrer Arbeit an einigen Stadttheatern machten sie die Erfahrung, dass der künstlerische Arbeitsprozess oft von stark hierarchischen Strukturen und hohem Produktionsdruck bestimmt war. Sie beobachteten einen Mangel an künstlerischer Mitbestimmung, insbesondere auf den Proben, und stellten fest, dass dabei nur selten Möglichkeiten zur Reflexion des künstlerischen Prozesses oder der eigenen Arbeitsweise gegeben waren. Außerdem erlebten sie seitens der Theater nur eine geringe Motivation zur Vermittlung des Programms, insbesondere gegenüber Menschen mit wenig Kunst- und Theatererfahrung.

 

Hin und wieder, und nicht zuletzt auch in ihren eigenen künstlerischen Arbeiten, war jedoch zu erleben, dass flache Hierarchien, offene Kommunikation und die Mitsprache aller Beteiligten ebenso Grundlage für die künstlerische Arbeit sein konnten. Dabei gewann der Probenprozess in der Regel an Qualität und es war eine freiere künstlerische Entwicklung zu erkennen. 

 

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen war es den beiden wichtig, einen Raum zu schaffen, an dem ein gemeinschaftliches und offenes Klima die Grundlage für künstlerisches Arbeiten bilden würde. Ein Ort, an dem das künstlerische Experiment, wertschätzende Kommunikation und der Arbeitsprozess im Zentrum stehen. Darüber hinaus sollten Menschen möglichst unabhängig von spezifischen Vorkenntnissen oder ihrem Bildungshintergrund Zugang zu der künstlerischen Arbeit finden.

 

Zunächst wurde das FLUGWERK als offene, interdisziplinäre Werkstatt für künstlerische Experimente, interdisziplinäre Ausstellungen und Aufführungen verschiedenster Art genutzt. In der Regel stand es für die Künstler*innen kostenlos oder gegen eine geringe Aufwandsentschädigung zur Verfügung. Daneben wurden regelmäßig kostenlose öffentliche Formate wie z.B. der Kurzfilmabend “Gran Premio di Wedding” oder die “Schreibwerkstatt” angeboten.

 

Sämtliche der im ersten Jahr durchgeführten Formate, Ausstellungen und Veranstaltungen waren in der ein oder anderen Form von den oben skizzierten Idealen bestimmt. Seit Beginn des Jahres 2018 und der damit verbundenen eigenständigen Bewirtschaftung des FLUGWERK schärfte sich der Fokus hin auf den Betrieb der Probebühne und das eng daran angeschlossene Format der OFFENEN PROBE. Im Zuge der zunehmenden Professionalisierung wurde außerdem der Verein FLUGWERK e.V. gegründet.

Konzept Stand 2017