20.03.2021 - Recap 2. Konferenztag

Am zweiten Tag starteten wir mit dem Panel 

“DYNAMICS BETWEEN AUDIENCE AND ARTISTS IN FEEDBACK SITUATIONS” 

mit Impulsen von Eva Meyer-Keller und Jenny Beyer. 

Eva Meyer-Keller arbeitet als Künstlerin an der Grenze zwischen visueller und performativer Kunst. Ihr Beitrag zur Konferenz hieß "Staging attention" und reflektierte als visuellel Performance den Gebrauch einer speziellen Feedbackmethode, mit der sie im Laufe ihrer künstlerischen Karriere immer wieder gearbeitet hat. 

Nach ihr warf die Choreografin Jenny Beyer einen näheren Blick auf die Beziehung zwischen Publikum und Künstler*innen, indem sie uns einen Einblick in ihr Format des "Offenen Studios" gewährte, zu dem sie in Kollaboration mit anderen Künstler*innen seit einigen Jahren regelmäßig Publikum zu sich ins Studio einlädt. 

Im Anschluss an dieses erste Panel des Tages gab es angeregte Diskussionen darüber, inwiefern Feedback als Praktik verstanden werden kann, die regelmäßiger Übung bedarf und daher für Ungeübte auch exkludierende Wirkungen entfalten kann.

Nach einer einstündigen Mittagspause folgte der letzte Teil der Konferenz mit dem Thema:

SOMATIC FEEDBACK (IN THE DIGITAL SPACE)

In diesem Panel stellte die Autorin und Performancekünstlerin Katharina Joy Book Liz Lermans Critical Response-Methode für Feedback vor und sprach über ihr Potenzial, diese gerade in Zeiten von Covid-19 auf “distanzierte Formate" anzuwenden. In diesem Zuge gab sie einige Einblicke in ihre eigene Performancepraxis, die vor allem im letzten Jahr durch ludische Formate, die auf Distanz stattfanden, geprägt war.

Schließlich schloss die Künstlerin, Dramaturgin und Kuratorin Sonja Augart mit ihrem Impuls "Great Uncertainty" die Panel-Talks ab. In diesem Impuls sprach Sonja über die Problematik der Deutungshoheit über Feedback und künstlerisches Arbeiten und stellte sich die Frage, inwiefern die eigene kinästhetische Körperwahrnehmung zur Möglichkeit des Feedback gebens beiträgt - oder eben nicht.

In den anschließenden Diskussionsrunden kam die Frage nach der Definition von somatischen Feedback auf und es wurde darüber diskutiert, inwiefern dieses aktiv oder passiv stattfindet - als Reaktion oder als Antwort auf das Gesehene.

In einer abschließenden intensiven Sitzung - dem Offenen Forum - beschäftigten wir uns noch einmal mit einer Auswahl an Themen, die wir die beiden Tage über immer wieder berührt hatten. Hierbei wurde noch einmal über die schwierige Rolle des Facilitators in einem Feedbackprozess gesprochen sowie auf die Problematik hingewiesen, Feedback möglichst integrativ für ein heterogenes Publikum zu gestalten. Vor allem aber redeten wir über die Möglichkeit, Feedback als Ermutigung zur Diskussion, Dissens und Offenheit in Gesprächen zu verstehen. 

Bevor die Konferenz mit einem Drink im informellen Rahmen für beendet erklärt wurde, gab es für alle Teilnehmenden noch einmal die Gelegenheit, uns, als Initiator*innen der Konferenz, Feedback zu geben (was sonst?).

19.03.2021 - Recap 1. Konferenztag

‘Could It Be Magic?’ - Feedback als Möglichkeit zur Öffnung künstlerischer Arbeitsprozesse 

Was am ersten Tag geschah: Bereits kurz nach dem Abflug landeten wir ohne große Umwege im ersten Panel:

“WATCHING, LISTENING, TALKING TO EACH OTHER - FORMS OF EXCHANGE WITH AUDIENCE” 

Anastasija und Katharina (vom FLUGWERK) führten uns im ersten Impulsvortrag durch die Genese der Offenen Probe und die Entwicklung des Interesses an diesem Format vom “Service to the Artist” zum “Conversation Building”.

Diesem Input folgte Jonas Feller, der im Namen der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft sprach.

Da diese als “professionelle Gesprächsanstifter*innen” nach Theater- und Performance-Vorstellungen sowie auf Festivals arbeiten, warf er die Fragen: “Was hat das Publikum davon?” sowie “Was haben die Künstler*innen davon?” in den Raum.

In den anschließenden Diskussionsrunden ging es um den Wert von Austausch- und Feedbackformaten für das Publikum und um die Erfahrungen, die jede*r der Anwesenden mit der Öffnung künstlerischer Prozesse für Publikum gemacht hat. In Kleingruppen diskutierten wir über das Empowerment des Publikums, die Rolle der Moderator*innen und grübelten über der Frage, wie man unabhängig vom Vorwissen und Kontext der Teilnehmenden in Austauschformaten eine konstruktive Atmosphäre schaffen könnte.

Nach einer Mittagspause ging es direkt in das zweite Panel mit dem Titel:

“ROLE AND POSSIBILITIES OF CREATION OF THE FACILITATORS WITHIN THE FEEDBACK PROCESS”

Nik Haffner (künstlerischer Leiter des HZT) präsentierte einen Impulsvortrag mit dem Titel “tell me inside out, tell me upside down - Feedback as playing, digesting and being frank”. Nik, der im Bereich des zeitgenössischen Tanzes und der Choreographie arbeitet, zeigte interessante Beispiele für Feedback auf, die ohne gesprochene oder geschriebene Sprache auskommen - zum Beispiel den Aufbau von sogenannten Skulpturen oder die Dokumentation von Träumen als Form des sich selbst Feedback gebens.

Simon Baetens vom workspacebrussels fügte seinen Input mit dem Titel “The dramaturgy of feedback” an und sprach darüber, wie Dramaturgie Feedback sein kann und umgekehrt.

In der anschließenden Diskussion sprachen die Anwesenden über die Kriterien für erfolgreiches Feedback, wobei festgestellt wurde, dass es wirklich schwierig ist, eine konkrete Bedeutung von Erfolg in den unterschiedlichen Feedback-Kontexten zu formulieren.

Wir stellten auch fest, dass die Aufgabe eines* Facilitators im Kontext von Feedback-Prozessen einen Balanceakt zwischen dem Einhalten bestimmter Regeln und dem Gewähren von Freiheit und Vertrauen in das Verfahren beinhaltet, um Berührungspunkte mit beiden - Künstler*innen und Publikum - zu finden.

Wir beendeten den ersten Konferenztag mit einer Gesprächsrunde um unser digitales Lagerfeuer, wo wir die Diskussion mit dem Hinweis auf die Wichtigkeit und auch auf die Angst vor der Stille innerhalb von Feedbackprozessen vertieften.

17.03.2021 - Meet Elmar and Raphael

Für die Formate im Rahmen von #Takenote und #Takepart haben wir uns Untersützung in Form von einer Produktionsleitung und einem Verantwortlichen für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit geholt.

  • Elmar

    Flugwerk ist?
    Flugwerk ist eine schöne neue Erfahrung.
    Du bist?
    Neugierig auf neue Abenteuer.
    Deine Frage?
    Wann gehts los?

  • Raphael

    Flugwerk ist?
    Eine Reise ohne Geländer, ein offenes Miteinander, ein Blick nach vorn.
    Du bist?
    Immer wieder erstaunt von der Welt.
    Deine Frage?
    Geht Politik poetisch?